Dienstag, 18. Dezember 2012

unglaublich alt



Das Leben ist ein leerer Raum
ausgefüllt durch einen Traum.

Ihn zu leben ist große Not,
ihn nicht zu erfüllen dein Seelentod.

Deshalb solltest du immer und überall wissen,
wie er zur Realität werden kann.

Sonst wirst du ihn sehr bald vermissen,
denn was man nicht hat, das eben begehrt man.

Wie lebt man, vollkommen alleine?



wie kann man nur


all jene aus seinem Leben streichen


mit denen man sein halbes Leben geteilt hat?


 wie verkraftet man den pochenden Schmerz


der einen durchfährt, wenn man zurückdenkt


wie geht das Leben weiter, jetzt da man nichts mehr muss und alles kann


wenn es keinen festen Rahmen, keine vorgegebenen Bedingungen mehr für dein Leben gibt


wie lebt man, vollkommen alleine?

Dienstag, 27. November 2012

Erörterung



Die Abhängigkeit des Glücks von anderen Personen und Umständen
-         Eine exemplarische Untersuchung
am Fall
eines anonymen Teilnehmers

Vorbetrachtung
"Mein Glück ist nicht selbstbestimmt, nicht so, wie es sein sollte. Generell ist in diesem Leben, welches ich das meinige nenne, nicht viel so, wie es sein sollte.", so der anonyme Teilnehmer. Vergleicht man mit Normen, Vorschriften und anderen Leben, wird bald festzustellen sein, dass das Vorliegende doch recht abstrakt und untypisch ist.

Diskussion
Der Wohnort spricht für sich, genauso wie der psychische und physische Zustand der betrachteten Person. Ist es überhaupt ein gutes Leben, das da gelebt wird? Doch woran sollte das festgemacht werden? Falls man sich das Glück als Bewertungskategorie aussucht, hat man schlechte Karten. Denn das Glück des betreffenden Subjekts hängt momentan von anderen Menschen ab. Es geht nicht darum, ob das Subjekt glücklich ist, sondern der andere Mensch, an dem sich die beschriebene Person derzeit orientiert. Dabei kann der Mensch wechseln, es können aber auch mehrere Menschen gleichzeitig zur Kreation der eigenen Gefühlslage herangezogen werden. Um den anderen glücklich zu machen versucht man interessant zu erscheinen und den gleichen Interessen wie das Gegenüber nachzugehen. Hierbei ist nebensächlich, was der Beschriebenen tatsächlich gefällt, da sie es nicht mal weiß. Pläne für die Zukunft existieren nicht, und wenn dann nicht ausgereift. Der Wunsch, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu verweilen hängt davon ab, ob sich gerade eine andere Person, an der sich das Subjekt gerade orientiert, zugegen ist. Auch die Aufnahme von Speisen und Getränken, die andere zurzeit bevorzugen, wird nachgeahmt. Ein eigener Musikgeschmack ist praktisch nicht vorhanden, er besteht aus einem Mix aus allen Musikvorlieben der umgebenden Personen.

Fazit
So kann man zu dem Schluss gelangen, dass es sehr unbefriedigend sein muss, wenn das eigene Befinden von anderen Personen abhängt, zumal sich für diese der Lebensmittelpunkt woanders befindet. Es ist dem armseligen Geschöpf anzuraten, sich ein eigenes und personenunabhängiges Leben aufzubauen; ungeachtet dessen, was andere Leute machen.

Offengebliebene Frage
Werden die hinterbliebenen Narben im Laufe des hoffentlich entstehenden Lebens verblassen?

Montag, 10. September 2012

blind, taub, stumm.

ich möchte doch eigentllich gar nicht
es immer allen recht machen
damit es ihnen gut geht
und trotzdem
jedesmal rutsche ich tiefer und tiefer
bis ich nicht mehr raus; nicht mehr weg kann
und in meinen eigenen Idealen und verdrehten Vorsätzen hängen bleibe
und stolpere, zu Boden gehe
und wieder Kraft aufbringen muss, um auf die Beine zu kommen
um zu stehen, in einer sich immer schneller drehenden Welt
die mir den Boden unter den Füßen wegzieht und mich vollends verwirrt
die Zeit vergeht und alles dreht sich
nur ich bleibe stehen
und niemand merkt es, denn alle sind blind
blind und taub und stumm
bin ich es auch?
höre ich den anderen ebenso wenig zu wie sie mir?
oder tue ich ihnen Unrecht?

erneuter Versuch der Selbstkonstruktion



Du bist mein Antrieb
Wenn du nicht wärest, wäre ich vielleicht nicht mehr hier.
Du fragst, wieso ich das alles mache?
Du fragst, womit du das verdient hast?
Für manche Menschen mache ich einfach alles
Gebe mich selbst auf
Einfach nur, damit es ihnen gut geht und alles einfacher ist
Ich vergesse mich selbst und verliere mich
Und irgendwann startet der Selbstfindungsprozess
Das Fragen beginnt von vorne
Immer und immer wieder
Wer bin ich, was bin ich, was kann ich werden?
Was will ich, vom Leben, von anderen, von der Welt?
Wo ist mein Platz?
Aber es kostet Kraft.
So unheimlich viel Kraft, jedesmal wieder sich selbst zu suchen,
ein neues ICH zu konstruieren
und niemals damit leben zu können, weil immer irgendetwas nicht passt
oder stimmt
oder nicht den Idealen anderer entspricht


für einen Freund