Dienstag, 18. Februar 2014

Die Einsamkeit des Reisenden

Aufbruch.
Der erste Abschied steht bevor. Vermutlich ist es der Einfachste, da Du voller Vorfreude auf die bevorstehende Zeit blickst. Die Koffer gepackt, die Schuhe geschnuert.

Warten.
Warten auf den Bus, um ach so langer Zeit raus zu kommen; aus dem ewig gleichen Trott des Alltags.

Ankommen.
Endlich am Ziel; die erste Etappe geschafft.

Ausruhen, verschnaufen, sammeln.
Und sich dann in die neue Umgebung stuerzen. Eine Flut von Eindruecken faellt von allen Seiten auf dich herab und begraebt dich. Langsam schaufelst Du Dich frei und kannst auf dem Gipfel stehend alles ueberblicken. Du begehst neue Wege; eroberst die Welt fuer Dich.

Packen.
Und weiter geht's. Die naechste Stadt, andere Leute, vielfaeltige Impressionen. Neue Plaetze, in die Du Dich verliebst. Du machst die Nacht zum Tag und stehst erst auf, wenn die Putzfrau an die Tuer klopft.

Und auf und raus und los!
Du laesst Dich treiben und brauchst keine Karte, um das zu finden wonach Du unterbewusst suchst.
Viele neue Gesichter rauschen an Dir vorbei und nur einen Wimpernschlag spaeter sind sie wieder weg. Vielleicht findest Du das ein oder andere wieder - doch die meisten bleiben anonyme Kumpanen fuer eine Stadt.

Keep contact; take care; save travels - Dein neues Mantra.
Und auch nach Wochen des Herumirrens und Sich-Findens bleibt doch alles beim Alten. Zweifel schleichen sich an und die Einsamkeit sticht Dir ein Messer in's Herz. Egal wie viele Leute Du kennen lernst; egal wie viele Orte Du bereist und egal wie viele Meilen du zuruecklegst - am Ende des Tages in der Daemmerung der nahenden Nacht verschluckt Dich eine grosse Welle der Einsamkeit.
Zu viele Plaetze zum Besichtigen, zu viele Namen zum Merken und vor allem zu wenig Zeit.

Halt die Luft an um den Schrei Deines Herzens zu hoeren - und dann folge ihm so lange Du musst.
Es ist nicht schlimm einen anderen Weg einzuschlagen.
Und denk daran - bereuen wirst Du nur, was Du nicht getan hast!